Minimarathon 2019Minimarathon 2019

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Einsatzbericht Minimarathon 2019

Bericht und Bilder © Hans-Werner Schlett, 
Kreisbereitschaftsleiter - DRK-Kreisverband Waldshut

Am Donnerstag den 9.5.2019 fand der 24. Mini-Marathon im und um das Langenstein-Stadion in Tiengen statt. Der Mini-Marathon ist ein Mannschaftswettbewerb mit einem Rundstreckenlauf fürSchüler aus dem Landkreis Waldshut. Die Rundstrecke ist 2.1 km (Grundschüler)bzw. 4.2 km (weiterführende Schulen) lang. 2019 haben 2550 Läufer in 223 Teams aus 61 Schulen aus dem Landkreis bzw. von auswärtigen Gastschulen teilgenommen. Aus allen Ecken des Landkreises nehmen Schulen am Mini-Marathon teil und es sind Schüler aus allen Schularten vertreten. Diese Vielfalt macht wohl das besondere Flair vom Tiengener Mini-Marathon aus. Neben den Teilnehmern waren auch mehr wie 1000 geschätzte Betreuer und Zuschauer im Stadion. Die Anzahl der Betreuer und Zuschauer ist stetig steigend.

Der Mini-Marathon in Tiengen ist das größte Schulsportereignis im Land Baden–Württemberg. Die Veranstaltung ist hervorragend organisiert und wurde entsprechend dem Terminplan abgewickelt.

Für den Mini-Marathon sind der Start und das Ziel im Langensteinstadion in Tiengen. Beide Strecken gehen als Rundstrecke vom Langensteinstadion aus und verlaufen links und rechts der Wutach in östlicher Richtung.

Die erforderliche Einsatzplanung hat die Kreisbereitschaftsleitung vom DRK Kreis-verband Waldshut e.V. erstellt.

Es wird eine Sanitätsstation bzw. eine Unfallhilfsstelle (UHS) in der Sporthalle vor dem Stadion eingerichtet und betrieben. In der Sanitätsstation werden Patienten versorgt und diese können sich auch bei Bedarf, unter der Aufsicht von Sanitätern, erholen.

Für die Versorgung der Schüler auf der Strecke und im Stadion werden Kranken- und Rettungswagen eingesetzt. Je nach Zustand des Patienten bringen die Kranken- und Rettungswagen die Patienten in die Sanitätsstation oder zu einem niederge-lassen Kinderarzt beziehungsweise in ein Krankenhaus.

Nach Möglichkeit wird ein Notarzt mit Einsatzfahrzeug und Fahrer vorgehalten. Der Notarzt versorgt Patienten in der Sanitätsstation und bei medizinischen Notfällen. Bei Bedarf kommt der Notarzt auch auf der Strecke zum Einsatz.

Zum zweiten Mal waren wir nicht im Vorraum der Sporthalle sondern in einem abgetrennten Teil der angrenzenden Sporthalle. Aufgebaut hatten wir wieder am Vorabend. Der Aufbau erfolgte mit vier Einsatzkräften von 16:30 Uhr bis 18:00 Uhr.
Die Einsatzkräfte sind von dem grosszügigen Raumangebot in der Sporthalle, ohne den störenden Betrieb der Toilettenbesucher, begeistert.

Die Veranstaltung startete pünktlich um 9:00 Uhr. Das DRK war um 8:40 Uhr vor Ort. Der DRK Einsatz wurde von H-W Schlett (Kreisbereitschaftsleiter, DRK KV Waldshut) geleitet. Für die Kommunikation stellte die DRK Bereitschaft BR Waldshut einen Funker. Es standen folgende Funkkreise zur Verfügung:

• Fahrzeugfunk Rettungsdienst (4m Band, Kanal 475)

• Handsprechfunkverkehr (2m Band, Kanal 51)

• Streckenfunk vom Veranstalter

Für die Patientendokumentation war Tanja Schweizer zuständig.

Mit Veranstaltungsbeginn und dem Start auf die kleine Strecke wurden platziert:

• MTW an der Hängebrücke, auf der Seite vom alten Sportplatz vom FC Tiengen

• RTW an der alten Holzbrücke bei der Stadthalle

• KTW am Ziel im Stadion

• Alle anderen Fahrzeuge waren auf Abruf an der Sanitätsstation

Das folgende Bild zeigt am Beginn der Veranstaltung, vor der Sporthalle am Langensteinstadion, einen Teil unserer Einsatzfahrzeuge. Es fehlen der MTW der DRK Bereitschaft Tiengen, der KTW der DRK Bereitschaft Küssaberg und ein RTW der Bereitschaft Waldshut. Diese Einsatzfahrzeuge waren bereits auf der Strecke positioniert. Die RTWs bzw. der Notarztzubringer haben die Vorgabe nach einer Auftragsvergabe innerhalb von einer Minute abzufahren.

Die Einsatzkräfte auf den Krankenkraftwagen (Krankenwagen und Rettungswagen) waren entsprechend den Anforderungen nach dem Rettungsdienstgesetz Baden- Württemberg qualifiziert. Die Ausrüstung der Krankenkraftwagen erfüllen ebenfalls die Anforderungen aus dem Rettungsdienstgesetz Baden-Württemberg.

Besondere Vorkommnisse

Der RK WT 13/85-1 war nach der Übergabe von seinem zweiten Patienten auf der freien Rückfahrt vom Klinikum Waldshut über Gurtweil nach Tiengen.

Im Bereich Wildgehege wurde er gegen ca. 14:15 Uhr zu einem Unfall mit Säge nach Weilheim alarmiert. Als ersteintreffendes Einsatzmittel hat die Besatzung neben einer schweren Handverletzung durch die Säge noch eine lebensbedrohliche Blutung beim Verletzten festgestellt. Der Verletzte nimmt Blutverdünner ein.

Bis der NAW eintraf wurden die sehr wichtigen Erstmassnahmen vom Ersthelfer ergänzt und optimiert. Unsere Einsatzkräfte haben den betroffen Arm hochgehalten und abgedrückt. Via integrierte Leitstelle wurde ein RTH zur Verlegung in eine Klinik mit Handchirurgie angefordert.

Im Anschluss an diesen lebensrettenden Einsatz wurde der RK WT 13/85-1, ebenfalls in Weilheim, zu einem Patienten mit akuter Atemnot geschickt. Der Patient wurde untersucht und versorgt. Anschliessend wurde der Patient an einen nach-rückenden RTW übergeben.

Diese beiden Einsätze werden erwähnt, um zu zeigen wie vernetzt und ergänzend die Einsatzkräfte und -mittel von Rettungsdienst und Sanitätswachdienst sein können.

Im Jahr 2019 eingesetzte Einsatzkräfte und - mittel:

DRK Einsatzkräfte:
• 1 BR Albbruck
• 5 BR Küssaberg
• 3 BR Schlüchttal
• 3 BR Tiengen
• 4 BR Waldshut
• 1 KV Waldshut
• 1 Klinikum Waldshut
• 19 Summe

Schulsanitäter
• 12 Schulsanitäter

DRK Einsatzfahrzeuge:
• 1 Rettungswagen (RTW) von der DRK Bereitschaft Waldshut
• 1 Rettungswagen (RTW) von der DRK Bereitschaft Waldshut
• 1 Notfallkrankenwagen (NKTW) als RTW von der DRK BR Schlüchttal
• 1 Krankenwagen (KTW) von der DRK Bereitschaft Küssaberg
• 1 Mannschaftstransportwagen (MTW) von der DRK Bereitschaft Tiengen
• 1 Einsatzfahrzeug (MTW) als Notarztzubringer vom DRK Kreisverband WT
• 1 Anhänger mit Sanitätsmaterial von der DRK Bereitschaft Tiengen
• 1 Anhänger mit Sanitätsmaterial vom DRK Kreisverband Waldshut
• 6 + 2 Summe (Einsatzfahrzeuge + Anhänger)

Verbesserungen für den 25. Mini-Marathon im Jahr 2020

Die Sporthalle für die Sanitätsstation (UHS) sollte im gleichen Umfang wieder benutzt werden

Es ist vorstellbar, dass bei Unwetter (Gewitter, Sturm, Hagel usw.) eine Evakuierung vom Langensteinstadion erforderlich werden kann.Von der Sporthalle werden 2/3 der Fläche vom Sanitätswachdienst nicht genutzt. Diese Flächen haben separate Türen ins Freie und könnten für eine kurze Zeit zur Evakuierung von ca. 1000 stehenden Personen genutzt werden. Auch kann die nahegelegene Stadthalle für eine Evakuierung für ca. 2000 stehenden Betroffenen genutzt werden. Auch werden sich in den angrenzenden Schulen noch weitere freie Flächen bei einer Evakuierung finden. Aufforderungen zur Evakuierung sollten über die Lautsprecheranlage im Stadion erfolgen können. Das notwendige Vorgehen für eine Evakuierung sollte mit der Stadtverwaltung besprochen werden

Zusammenfassung

Die Sanitätsstation war zum zweiten Mal in der abgeteilten Sporthalle untergebracht. Von der Sporthalle wurde nur 1/3 der gesamten Fläche der Halle für den Sanitätswachdient genutzt. Der kurze und direkte Zugang durch einen Geräteraum, mit den Abmessungen einer PKW Garage, ist gut. Der Zugang ist ebenerdig und er ist mit den Fahrtragen der Krankenkraftwagen gut befahrbar.

Bei einem unvorhersehbaren Ereignis mit einer grösseren Anzahl Verletzter kann die Zahl der Plätze in der Sporthalle zur Versorgung von Patienten mit den Material-reserven aus den beiden DRK Anhänger kurzfristig verdoppelt werden. Als weitere Reserve, zur Lagerung von Patienten, können die Sportmatten in der Sporthalle benutzt werden.

Es ist wichtig einen Krankenkraftwagen direkt neben dem Zieleinlauf zu stationieren. Wir haben etwas Zeit benötigt um den richtigen Standort zu finden. 2019 wurde der Weg für Zu- und Abfahrt zum Zielbereich weiter verbessert. Zusätzlich zu der KTW Besatzung wurden zwei Sanitäter vorgehalten. Dies war gut.

Beim Mini-Marathon 2019 haben wir 2 Transporte (2 KTW) ins Klinikum Waldshut durchgeführt. Dies war unter dem langjährigen Durchschnittswert (3,5 Transporte pro Jahr).

Mit 21 Hilfeleistungen lagen wir geringfügig unter dem langjährigen Mittelwert von 22 Hilfeleistungen pro Jahr.

Die geringere Anzahl von Hilfeleistungen und Transporten führen wir auf das kühle Wetter zurück.

In der Zeit von 12:00 Uhr bis 13:00 Uhr hatten wir, wie alle Jahre, das grösste Einsatzaufkommen. In dieser Stunde haben wir ca. 50% aller Erste-Hilfe-Leistungen erbracht.

Nach dem vorletzten Lauf hatten wir eine Spitzenlast von Versorgungen (siehe vorangegangene Bilder). Die meisten Patienten waren im Zielbereich. Wegen der Gleichzeitigkeit der notwendigen Hilfe Leistungen wurde der Notarzt in den Zielbe-reich gebracht. Für Untersuchungen, Versorgungen und zur Dokumentation wurden die Patienten in die Sporthalle transportiert. Aus unserer Einschätzung bestand für keinen der Patienten eine akute Lebensgefahr oder die Gefahr von schweren gesundheitlichen Schäden.

Mit unserem Konzept und den eingesetzten Mitteln und Kräften für den Sanitäts-wachdienst haben wir alle hilfsbedürftigen Personen innerhalb der gesetzlichen Hilfsfrist erreicht. Wir haben Fehleinsätze für den Rettungsdienst und zusätzliche Belastungen für die ILS Waldshut verhindert. Durch die guten Ortskenntnisse finden die Einsatzkräfte vom Sanitätsdienst die Einsatzstellen einfacher und schneller wie die Kräfte vom Rettungsdienst. Dies erhöht die Effizienz von Einsatzkräften und -mitteln.

Ausserdem hatten wir immer Reserven für mögliche Transporte in Kinderkliniken nach Lörrach oder Singen. Krankentransporte für die Veranstaltung konnten wir ohne Wartezeiten bedienen.

Unser aufrichtiger Dank geht an Roland Heß und den Hausmeister M. Ebner für die optimale Unterstützung von unserem Sanitätswachdienst.

Auch sagen wir gerne Dank an das Klinikum Hochrhein für die Abstellung der Not-ärztin Frau Dr. Nora Gleisner.

Im Weiteren bedanke ich mich bei den ehrenamtlich tätigen DRK Einsatzkräften, die in der Regel einen Ferientag für den Sanitätswachdienst genutzt haben. Der Dank gilt auch für den qualifizierten und harmonischen Einsatz.

Auch gilt es den engagierten Schulsanitätern und Ihrer Leiterin Frau Anette Schmidt Dank und zu sagen.

Der DRK Kreisverband Waldshut e.V. und seine Ortsvereine verfügen über 26 Einsatzfahrzeuge im Katastrophenschutz. Davon waren 6 Einsatzfahrzeuge und 2 Anhänger beim Mini-Marathon im Einsatz. Dies entspricht ca. 23% der Einsatzfahrzeuge aus der Vorhaltung für den Katastrophenschutz im DRK Kreisverband Waldshut e.V. Der Sanitätswachdienst für den Mini-Marathon ist für uns eine sehr gute Übung um die Vollständigkeit der Ausrüstung, die Abläufe, die Kommunikation und Dokumentation unter einfachen Einsatzbedingungen zu testen.

Wir freuen uns auf den 25.Mini-Marathon im Jahr 2020.