Hoorige Mess 2019Hoorige Mess 2019

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Einsatzbericht Hoorige Mess 2019

Bericht und Bilder © Hans-Werner Schlett, 
Kreisbereitschaftsleiter - DRK-Kreisverband Waldshut

Ansprechpartner

Hans-Werner Schlett
Kreisbereitschaftsleiter

Tel: +49 7751 87 35 0

Fuller Str. 2
79761 Waldshut

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Am Samstag den 2.März 2019 fand in Tiengen die Hoorige Mess statt. Die
Hoorige Mess ist ein buntes unkoordiniertes Narrentreiben auf dem Marktplatz
und in der Fußgängerzone der Innenstadt von Tiengen. Die Hoorige Mess beginnt um 10:00 Uhr morgens und endet gegen 19:00 Uhr in der Innenstadt. Im Hanselezelt, auf dem Marktplatz, geht der Festbetrieb bis ca. 23:30 Uhr weiter. Gegen 16:00 bis 18:00 Uhr waren die meisten Besucher mit ca. 6000 geschätzten Personen in der engen Altstadt von Tiengen und auf dem Marktplatz. Veranstalter ist die Aktionsgemeinschaft Tiengen (Geschäftsführer K. Reckermann).
Aus den Erfahrungen der letzten Jahre mit dieser Veranstaltung erwarten wir
eine Grundlast von kleineren Erste-Hilfe-Leistungen (z.B. Wundschnellverband), ca. 5 mehr oder weniger angetrunken Personen und etwa 5 Notfällen aller Art.
Auch sind Reserven für Spitzenlasten und mehrere Verlegungen von Jugendliche in Krankenhäuser außerhalb des Landkreises Waldshut vorgesehen.

Der Sanitätswachdienst war mit seiner Unfallhilfsstelle (UHS) für die Veranstaltung im Feuerwehrgerätehaus in Tiengen in der Molkereistrasse 2 untergebracht. Im Feuerwehrgerätehaus waren für den Sanitätswachdienstdienst die folgenden Funktionen vorhanden:

1. Funk- und Einsatzzentrale Sanitätsdienst als Abschnittsleitung
2. Unfallhilfsstelle (UHS) mit der Möglichkeit zum Ausnüchtern von alkoholisierten Personen
3. Krankenkraftwagen (RTW und KTW)
4. Notarzt mit Einsatzfahrzeug
5. MTWs mit Einsatzkräften für den Streifendienst  

Die erforderliche Einsatzplanung für den Sanitätswachdienst hat die DRK Kreisbereitschaftsleitung erstellt und dokumentiert. Basis für diese Planungen waren die Erfahrungen der letzten Jahre und Abklärungen mit dem Veranstalter, der Stadtverwaltung, der Feuerwehr, der Polizei und dem DRK, im Vorfeld der
Veranstaltung.

Die DRK Einsatzkräfte hatten ihren Stützpunkt inkl. Unfallhilfsstelle (UHS) und
Abschnittsleitung zum wiederholten Male im Feuerwehrgerätehaus in der
Molkereistrasse 2 in Tiengen. Die UHS wurde am Samstag aufgebaut und ausgestattet.
Die UHS war um 10:00 Uhr einsatzbereit. Für die UHS wurden zwei Boxen in der Fahrzeughalle benutzt.
Der Aufbau erfolgte in ca. 30 Minuten. Einsatzende war um 24:00 Uhr. Die letzten Einsatzkräfte vom Sanitätswachdienst verließen das Feuerwehrgerätehaus um 24:00 Uhr.

Nach dem Ende vom Sanitätswachdienst gab es von der Honorigen Messen in
Tiengen auch in diesem Jahr keinen Einsatz für den Rettungsdienst.

Im Funkraum vom Feuerwehrgerätehaus wurde für die DRK Einsatzkräfte die Kommunikation und Dokumentation durchgeführt. Im Funkraum konnte mit den festinstallierten 4m Band Funkgeräten die Funkkanäle von Rettungsdienst und Feuerwehr geschaltet werden. Mit den 4m Band Funkkanälen erfolgte die Kommunikation mit den Einsatzfahrzeugen von Sanitäts-, Rettungsdienst, der Feuerwehr und der integrierten Leitstelle Waldshut. Die Leitstelle Waldshut, die Einsatzzentrale in der UHS, jeder an der Veranstaltung eingesetzte Krankenkraftwagen und der Notarztzubringer hatten ein Mobiles digitales Handsprechfunkgerät (HRT). Alle eingesetzten HRTs konnten miteinander kommunizieren.  

Ralf in der Zentrale im Mittelpunkt von PC, Funk, Telefonen und mit Blick auf die „Be- und Entladerampe“.

Der im Funkraum vorhandene PC, mit mehreren Bildschirmen, wurde für die
Führung vom Einsatztagebuch eingesetzt. Im PC waren auch alle
Einsatzunterlagen abrufbar. Auf diesen PC war eine Web Kamera aus der
Fußgängerzone aufgeschaltet. Dadurch konnten wir den Betrieb an einem
Knotenpunkt der Veranstaltung live mitverfolgen.
In der ILS in Waldshut wurde zusätzlich, für die Betreuung der Raumschaft
Tiengen ein zusätzlicher Disponent eingesetzt. Mit diesem Disponenten wurde
eine vollständige Dokumentation der ILS Waldshut für den Mastereinsatz
Hoorige Mess erstellt. Dies war ein Beitrag zur Verbesserung der Qualität
unserer Einsatzdokumentation. Außerdem war der zusätzliche Disponent eine
Rückfalleben für eine starke Auslastung der ILS oder für einen möglichen
Massenanfall von Verletzten (MANV) oder ein Grossschadensereignis im
Rettungsdienstbereich Waldshut.
Auch wurde der PC für die Gewinnung von wichtigen Informationen (z.B.
Telefonnummer der Giftnotrufzentrale, Straßenkarten usw.) benutzt. Für die
Einsatzführung war das Festnetztelefon währen der Überlastung der
Mobilfunknetze besonders wichtig. Der Funkraum war unterbrechungslos
besetzt. Vorgehaltene Einsatzfahrzeuge wurden mit einer Ausrückzeit von einer
Minute über 2m Band Funkgeräte oder eine Hausrufanlage (Gong) abgerufen.
  

In der Fahrzeughalle hatten wir zwei Fahrzeugboxen zur Versorgung von
Patienten ausgestattet. Hierbei gab es folgende räumliche Gliederung:

• 3 Plätze zur Versorgung von Notfallpatienten
• 6 Plätze zum Ruhen der Patienten mit einfacher medizinischer Überwachung
• ausreichender Platz für Materialablagen
• Sitzgelegenheiten für Einsatzkräfte und Begleitpersonen der Betroffenen

Für die Umlagerungen der Patienten war ausreichender Platz vorhanden. Der
grundsätzliche Einsatz von Rettungs- und Umbettungstüchern, für einfache und
schonende Patientenumlagerungen, hat sich wiederholt bewährt.
Auf einen Sichtschutz innerhalb der UHS wurde zugunsten von einem
hindernisfreien Blickfeld auf die Patienten verzichtet.

Weiteres Sanitätsmaterial, für eine größere Anzahl von Verletzten, war in den
KatS Anhängern I (WT RK 77) und II (WT RK 99) vom DRK KV Waldshut e.V,
neben dem Feuerwehrgerätehaus parkiert. Im Bedarfsfall wäre damit eine
weitere Fahrzeugbox ausgestattet worden.  

Die Heizung der Fahrzeughalle wurde für den Einsatz auf Zimmertemperatur
eingestellt. Fließendes Wasser (warm und kalt) war im Behandlungsbereich
vorhanden. Die Beleuchtung war für medizinische Untersuchungen und Versorgungen ausreichend. Auf zusätzliche Beleuchtungen konnte verzichtet werden.

Der Fußboden im Behandlungsbereich ist sehr einfach und gut zu reinigen.
Die modernen WCs waren in unmittelbarer Nähe zum Versorgungsbereich der
Patienten. Für den Aufenthalt der Einsatzkräfte nutzten wir zwei Räume. Ein
dritter Raum stand für verschiedene Besprechungen zur Verfügung.

Die private Abholung von Patienten mit PKWs war einfach und unkompliziert
möglich  

Dokumentierte Erste Hilfe Leistungen

Im Einsatztagebuch wurden die folgenden 20 Erste Hilfe Leistungen
festgehalten:

15 Patienten nach übermäßigem Alkoholgenuss
(2018: 13 Personen)

4 Platzwunde nach Schlägerei
Ausschluss Bruch Sprunggelenk
Verletzung/ Bruch Sprunggelenk
Platzwunde Lippe
(2018: 4 Personen)

1 sonstiger Falle (Hyperventilation),
(2018: 1 Person)

2019 gab es zwei Versorgungen mehr wie 2018.  

Im Jahr 2019 wurden 12 der 13 in der UHS versorgten Patienten mit einem für
die Hoorige Mess vorgehaltenen Rettungswagen angeliefert.

Von der UHS wurde ein Patient mit dem Krankenwagen in das ein Spital Waldshut verlegt.
Direkt von der Einsatzstelle wurden 6 Patienten mit einem für die Hoorige Mess
vorgehaltenen Rettungswagen in das Spital nach Waldshut gefahren. Keiner
dieser Patiententransporte wurde von einem Notarzt begleitet. Während des
Transportes wurde auch kein Notarzt nachgefordert.

Zusätzlich zu den Erste Hilfe Leistungen in der Unfallhilfsstelle und den
Transporten von der Hoorigen Mess ins Spital Waldshut wurde für die ILS
Waldshut der folgende Transporte mit dem Krankenwagen durchgeführt:

• Einweisung von Säckingen in das ZfP Reichenau

Eine Einweisung von Hottingen konnte wegen der Auslastung an der Hoorigen
nicht übernommen werden.  

2019 wurden für den Einsatz an der Hoorigen Mess keine Einsatzkräfte und
Einsatzmittel an- oder nachgefordert.
  

Alle 7 Patiententransporte von der Hoorigen Mess in ein Krankenhaus wurden
von den vor Ort vorgehaltenen Krankenkraftwagen ohne Notarztbegleitung
durchgeführt.
  

Es waren 27 DRK Einsatzkräfte plus drei wechselnde Schulsanitäter beim
Sanitätswachdienst in Tiengen im Einsatz. Unter den 27 Einsatzkräften war auch
der Notarzt Dr. D. Arndt.
 

Die BR Tiengen war mit 19 Personen inkl. Schulsanitätsdienst im Einsatz.
Umgerechnet auf eine Einsatzzeit von 12 Stunden gibt dies ohne die drei
Schulsanitäter 9 äquivalente Einsatzkräfte
  

Die erbrachten Hilfeleistungen von Sanitätswachdienst an der Hoorigen Mess
2019 lagen im Durchschnitt der letzten 14 Jahre. Gefühlt waren es jedoch
weniger Einsätze wie im letzten Jahr. Die Ausnüchterungen waren 2019 weniger
heftig und kürzer.

Auch 2019 hatten wir an der Hoorigen Mess keine Erste Hilfe Leistungen bzw.
Schnittwunden die durch Glasbruch verursacht wurden. Klasse.