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Hoorige Mess 2018Hoorige Mess 2018

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Einsatzbericht Hoorige Mess 2018

Bericht und Bilder © Hans-Werner Schlett,
Kreisbereitschaftsleiter - DRK-Kreisverband Waldshut

Ansprechpartner

Hans-Werner Schlett
Kreisbereitschaftsleiter

Tel: +49 7751 87 35 0

Fuller Str. 2
79761 Waldshut

Am Samstag den 10. Februar 2018 fand in Tiengen die Hoorige Mess statt.
Die Hoorige Mess ist ein buntes Narrentreiben auf dem Marktplatz und in der Fußgängerzone der Innenstadt von Tiengen. Die Hoorige Mess beginnt um 10:00 Uhr morgens und endet gegen 19:00 Uhr in der Innenstadt. Im Hanselezelt, auf dem Marktplatz, geht der Festbetrieb bis ca. 23:30 Uhr weiter. Gegen 16:00 bis 18:00 Uhr waren die meisten Besucher mit ca. 6000 geschätzten Personen in der engen Altstadt von Tiengen und auf dem Marktplatz. Veranstalter ist die Aktionsgemeinschaft Tiengen
Aus den Erfahrungen der letzten Jahre mit dieser Veranstaltung erwarten wir eine Grundlast von kleineren Erste-Hilfe-Leistungen (z.B. Wundschnellverband), ca. 5 mehr oder weniger angetrunken Personen und etwa 5 Notfällen aller Art. Auch sind Reserven für Spitzenlasten und mehrere Verlegungen von Jugendliche in Krankenhäuser außerhalb des Landkreises Waldshut vorgesehen.
Der Sanitätswachdienst war mit seiner Unfallhilfsstelle (UHS) für die Veranstaltung im Feuerwehrgerätehaus in Tiengen in der Molkereistrasse 2 untergebracht.
Im Feuerwehrgerätehaus waren für den Sanitätswachdienstdienst die folgenden Funktionen vorhanden:

- Funk- und Einsatzzentrale Sanitätsdienst als Abschnittsleitung

- Unfallhilfsstelle (UHS) mit der Möglichkeit zum Ausnüchtern von alkoholisierten Personen

- Krankenkraftwagen (RTW und KTW)

- Notarzt mit Einsatzfahrzeug

- MTWs mit Einsatzkräften für den Streifendienst 

 

Die erforderliche Einsatzplanung für den Sanitätswachdienst hat die DRK Kreisbereitschaftsleitung erstellt und dokumentiert. Basis für diese Planungen waren die

Erfahrungen der letzten Jahre und Abklärungen mit Stadtverwaltung, Feuerwehr,

Polizei und DRK, im Vorfeld der Veranstaltung. Die DRK Einsatzkräfte hatten ihren Stützpunkt inkl. Unfallhilfsstelle (UHS) und Abschnittsleitung zum wiederholten Male im Feuerwehrgerätehaus in der Molkereistrasse 2 in Tiengen. Die UHS wurde am Samstag aufgebaut und ausgestattet. Die UHS war um 10:00 Uhr einsatzbereit. Für die UHS wurden zwei Boxen in der Fahrzeughalle benutzt. Der Aufbau erfolgte in ca. 30 Minuten. Einsatzende war um 24:00 Uhr. Die letzten Einsatzkräfte vom Sanitätswachdienst verliessen das Feuerwehrgerätehaus um 24:00 Uhr. 

Nach dem Ende vom Sanitätswachdienst gab es von der Hoorigen Messen in Tiengen keinen Einsatz für den Rettungsdienst. 

Im Funkraum vom Feuerwehrgerätehaus wurde für die DRK Einsatzkräfte die Kommunikation und Dokumentation durchgeführt. Im Funkraum konnte mit den festinstallierten 4m Band Funkgeräten die Funkkanäle von Rettungsdienst und Feuerwehr geschaltet werden. Mit den 4m Band Funkkanälen erfolgte die Kommunikation mit den Einsatzfahrzeugen von Sanitäts-, Rettungsdienst, der Feuerwehr und der integrierten Leitstelle Waldshut

Für die Kommunikation mit den Sanitätsstreifen musste ein 2m Band Handsprechgerät an eine vorhandene Antenne im Feuerwehrgerätehaus angeschlossen werden. Dies war einfach und hat gut funktioniert.

Der im Funkraum vorhandene PC wurde für die Führung vom Einsatztagebucheingesetzt. Im PC waren auch alle Einsatzunterlagen abrufbar. Auf diesen PC wareine Web Kamera aus der Fussgängerzone aufgeschaltet. Dadurch konnten wir denBetrieb an einem Knotenpunkt der Veranstaltung live mitverfolgen. In der ILS in Waldshut wurde zusätzlich, für die Betreuung vom Raum Tiengen ein Disponent eingesetzt. Mit diesem Disponenten wurde eine vollständige Dokumentation der ILS Waldshut für den Mastereinsatz Hoorige Mess erstellt. Dieswar ein Beitrag zur Verbesserung der Qualität unserer Einsatzdokumentation. Ausserdem war der zusätzliche Disponent eine Rückfalleben für eine starke Auslastung der ILS oder für einen möglichen Massenanfall von Verletzten (MANV) oder ein Grossschadensereignis. Auch wurde der PC für die Gewinnung von wichtigen Informationen (z.B. Telefonnummer der Giftnotrufzentrale, Strassenkarten usw.) benutzt. Für die Einsatzführung war das Festnetztelefon währen der Überlastung der Mobilfunknetze besonders wichtig. Der Funkraum war unterbrechungslos besetzt. Vorgehaltene Einsatzfahrzeuge wurden mit einer Ausrückzeit von einer Minute über 2m Band Funkgeräte abgerufen. 

In der Fahrzeughalle hatten wir zwei Fahrzeugboxen zur Versorgung von Patienten ausgestattet. Hierbei gab es folgende räumliche Gliederung: 4 Plätze zur Versorgung von Notfallpatienten 4 Plätze zum Ruhen der Patienten mit einfacher medizinischer Überwachung ausreichender Platz für Materialablagen Sitzgelegenheiten für Einsatzkräfte und Begleitpersonen der Betroffenen. Für die Umlagerungen der Patienten war ausreichend Platz vorhanden. Der grundsätzliche Einsatz von Rettungs- und Umbettungstüchern, für einfache und schonende Patientenumlagerungen, hat sich wiederholt bewährt. Auf einen Sichtschutz innerhalb der UHS wurde zugunsten von einem hindernisfreien Blickfeld auf die Patienten verzichtet. 

Weiteres Sanitätsmaterial, für eine grössere Anzahl von Verletzten, war in den KatS AnhängernI (WT RK 77) und II (WT RK 99) vom DRK KV Waldshut e.V. neben dem Feuerwehrgerätehaus parkiert. Im Bedarfsfall wäre damit eine weitere Fahrzeugbox ausgestattet worden. 

Die Heizung der Fahrzeughalle wurde für den Einsatz auf Zimmertemperatur eingestellt. Fliessendes Wasser (warm und kalt) war im Behandlungsbereich vorhanden. Das Warmwasser hat die ideale Temperatur zum Befüllen vom Wärmflaschen. Die Beleuchtung war für medizinische Untersuchungen und Versorgungen ausreichend. Auf zusätzliche Beleuchtungen konnte verzichtet werden. Der Fussboden im Behandlungsbereich ist sehr einfach und gut zu reinigen.

Die modernen WCs waren in unmittelbarer Nähe zum Versorgungsbereich der Patienten. Der Aufenthaltsraum war grosszügig und ebenfalls in der Nähe zum Versorgungsbereich der Patienten. Die private Abholung von Patienten mit PKWs war einfach und unkompliziert möglich.

Im Einsatztagebuch und im Verbandbuch wurden die folgenden 18 Erste Hilfe Leistungen festgehalten: 

13 Patienten nach übermässigem Alkoholgenuss, 2017: 16 Personen

4 chirurgische Verletzungen (Verdacht Wirbelverletzung nach Sturz bei Mitfahrtverweigerung, Gesichtsverletzung nach Sturz, Schnittverletzung in der Hand durch Zaun, Kopfplatzwunde),
2017: 5 Personen 

1 sonstiger Falle (Hyperventilation), 2017: 2Personen

2018 gab es fünf Versorgungen weniger wie 2017.

Im Jahr 2018 wurden alle in der der UHS versorgten 11 Patienten mit einem für die Hoorige Mess vorgehaltenen Rettungswagen angeliefert. Von der UHS wurden vier Patienten mit dem Krankenwagen in ein Spital verlegt (3 Waldshut, 1 Stühlingen).

Direkt von der Einsatzstelle wurden 6 Patienten mit einem für die Hoorige Mess vorgehaltenen Rettungswagen in das Spital nach Waldshut gefahren. Davon hat der Notarzt zwei Patienten vor der Abfahrt versorgt 

Zusätzlich zu den Erste Hilfe Leistungen in der Unfallhilfsstelle und den Transporten von der Hoorigen Mess in Spitäler wurden die folgenden Transporte mit Rettungsund Krankenwagen für die ILS Waldshut durchgeführt:

Heimfahrt vom Krankenhaus Waldshut nach Albbruck (RK WT 1/85-3)

Alkoholisierten Patient vom Busbahnhof Waldshut ins Spital Waldshut (RK WT 13/85-2)

Heimfahrt vom Krankenhaus Waldshut nach St. Blasien (RK WT 25/85) 

Lediglich für die Heimfahrt nach St. Blasien mussten wir gegen 17:30 Uhr die DRK Bereitschaft Schlüchttal alarmieren. Ansonsten musste für den Sanitätswachdienst Hoorige Mess 2018 keine Verstärkung alarmiert werden.

Seit 2015 wurden auch Transporte mit Krankenkraftwagen von der Einsatzstelle zur UHS in die Auswertung aufgenommen. Dies soll einen besseren Überblick über die tatsächlich erforderlichen Transportkapazitäten der Krankenkraftwagen geben. 

Bis auf die Heimfahrt vom KH Waldshut nach St. Blasien mussten 2018 keine Kräfte oder Krankenkraftwagen vom Katastrophenschutzes zur Verstärkung alarmiert werden.

Alle 10 Patiententransporte von der Hoorigen Mess in ein Krankenhaus wurden von den vor Ort vorgehaltenen Krankenkraftwagen ohne Notarztbegleitung durchgeführt.

Im Jahr 2018 hatten wir 5 Einsatzfahrzeuge vom Katastrophenschutz vom DRK KV Waldshut und zwei Krankenwagen (KTW und RTW) vom Rettungsdienst (DRK KV Waldshut) im Einsatz. Hierbei haben wir erstmalig den in Ühlingen nur an Wochentagen (außer samstags) besetzten RTW eingesetzt. Dies war eine gute Übung um unseren Einsatzkräften zu vermitteln, dass es außerhalb der festgelegten Vorhaltung in Ühlingen einen einsetzbaren RTW hat.

Es waren 27 DRK Einsatzkräfte plus drei wechselnde Schulsanitäter beim Sanitätswachdienst in Tiengen im Einsatz. Unter den 27 Einsatzkräften war auch der Notarzt Dr. D. Arndt.

Die Anzahl der Einsätze im Rettungsdienst war während der Hoorigen Mess im Rettungsdienstbereich Waldshut unterdurchschnittlich. 

Die BR Tiengen war mit 19 Personen inkl. Schulsanitätsdienst im Einsatz. Umgerechnet auf eine Einsatzzeit von 12 Stunden gibt dies ohne die drei Schulsanitäter 9 äquivalente Einsatzkräfte. 

Die erbrachten Hilfeleistungen an der Hoorigen Mess 2018 liegen geringfügig unter dem langjährigen Durchschnitt. Jedoch hatten wir 2018 mehr Patienten die länger zum Ausnüchtern in der UHS waren. 2018 hatten wir an der Hoorigen Mess keine Erste Hilfe Leistungen bzw. Schnittwunden die durch Glasbruch verursacht wurden.

Wir haben auch festgestellt, dass sich Einsatzschwerpunkte von Jahr zu Jahr verschieben. In diesem Jahr war der grösste Einsatzschwerpunkt um den Storchenturm. In der Vergangenheit waren Einsatzschwerpunkte beim Kriegerdenkmal, im Bereich vom Bahnhof oder am Schlossplatz. Mit unserem Einsatzkonzept für den Sanitätswachdienst können wir auf die wechselnden Einsatzschwerpunkte sofort reagieren. 

Die vier von uns vorgehaltenen Krankenkraftwagen haben die Anforderungen vom Rettungsdienstgesetz Baden- Württemberg erfüllt. Die Erfahrung an der Hoorigen Mess 2018 haben wieder zeigt, dass die ständige Vorhaltung von mindestens einem Notarzt mit Zubringerfahrzeug, drei Rettungswagen, einem Krankenwagen und zwei Mannschaftstransportwagen sinnvoll und angemessen ist.

2018 haben wir zum ersten mal 3 Rettungswagen und ein Krankenwagen eingesetzt (früher 2 RTW und 2 KTW). Diese Massnahmen hat uns eine grössere Flexibilität beim Zuordnen der Krankenkraftwagen zu den Notrufen gegeben. Dies soll wenn möglich in der Zukunft beibehalten werden. 

Hans-Werner Schlett
Kreisbereitschaftsleiter